Jetzt NEIN stimmen gegen den Projektierungskredit für den Luxus-Schulbau «Campus Loggia»

Bildung ist wichtig. Doch das Projekt «Campus Loggia» ist nicht dringlich, zu gross, zu teuer und finanziell unverantwortlich. Es führt zu höheren Schulden und höheren Steuern, ohne die Qualität der Bildung zu steigern

Deshalb dieses Projekt jetzt abbrechen und die Projektierungsmillion besser investieren.

Schulraumbedarf ist bereits gedeckt

Mit dem Schulhaus «Trakt 5» wurde 2018 der Raumbedarf der Primarschule für 22 Klassen inklusive Einführungs- und Kleinklassen ohne Pavillon Ost gedeckt. Deshalb wurde damals ein Kredit für den Rückbau des Pavillons Ost beschlossen – bis heute aber nicht umgesetzt. Nun will der Gemeinderat ein weiteres Schulhaus mit acht Klassenzimmern bauen.

Er möchte die aktuellen Klassenzimmer im Pavillon Süd aufheben und sie statt für die Schule für Tagesstrukturen, Musikzimmer und als Kindergarten nutzen. Diese Angebote sind schon in geeigneten Räumen und müssen nicht zwingend ins Schulareal verlegt werden. Dazu braucht es kein millionenteures Projekt.

Kein dringender zusätzlicher Bedarf

Zwischen 1980 und 2024 ist die Bevölkerung im Kanton Baselland um rund 80’000 Personen gewachsen. Die Zahl der Geburten blieb im gleichen Zeitraum stabil. Bautätigkeit und Bevölkerungswachstum bedeuten also nicht immer, dass es mehr Kinder gibt. Selbst die Gemeinde geht mittelfristig von sinkenden Schülerzahlen aus (siehe Grafik aus Vorlage der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2025). Dass es die  zusätzlichen Zimmer braucht, ist nicht nachgewiesen.

Schuldenberg verdoppelt sich bis 2030

Schon heute betragen die Schulden der Gemeinde 31.3 Mio. Franken. Wir sind nicht in der Lage, diese Schulden abzubauen oder Investitionen selbst zu finanzieren.

Gemäss Finanzplan sollen sich die Schulden bis 2030 auf 61.1 Mio. Franken verdoppeln – ein grosser Teil davon für Schulbauten. Bei dieser Finanzlage ist es zwingend, Grossprojekte besonders sorgsam anzugehen und die wirtschaftlichsten Lösungen zu wählen.

Wir brauchen Zweckbauten, keine teure Architekturkunst

Der «Campus Loggia» wurde in einem Architekturwettbewerb ausgewählt und ist für den Gemeinderat alternativlos.

Die in der Ausschreibung vorgesehene Kostenvorgabe von 7 Mio. Franken wurde dabei völlig missachtet. Statt einer bedarfsorientierten Raumerweiterung wurde eine aufwendige Holzbaukonstruktion mit monumentalem Eingangsbereich und teurer Umgebungsgestaltung gewählt. Zudem wurden keine Referenzen verlangt und es ist nicht bekannt, ob der ausgewählte Architekt je ein Schulhaus gebaut hat. Fachleute sehen deshalb erhebliche Umsetzungsrisiken und befürchten hohe Kostenüberschreitungen.

Mit über 10 Millionen Franken massiv überhöhte Baukosten

Der Neubau von 2018 mit sechs Klassenzimmern, Gruppen- und Nebenräumen kostete trotz zusätzlichem Mehrzweckraum und grossem Luftschutzkeller nur 6.6 Mio. Franken.

Die von Unternehmern erarbeitete Alternativvariante Projekt „Ratio“ zeigt deutlich, dass auch das nun geplante Raumprogramm für 6.7 Mio. Franken (Bau- und Planungskosten, +/-10%) gebaut werden kann. Das bestätigt: Funktionaler Schulraum ist zu angemessenen Kosten realisierbar.

Für das Luxus-Projekt „Campus Loggia“ werden hingegen 10.8 Mio. Franken (Bau- und Planungskosten, +/-25%) veranschlagt. Weder Teuerung noch pädagogische Anforderungen rechtfertigen diesen Unterschied.

Mehrkosten führen zu Steuererhöhungen

Der Gemeinderat rechnet für Zinsen und Abschreibungen mit zusätzlichen 500’000 Franken pro Jahr.

Nicht berücksichtigt hat er Ausgaben für Betrieb und Gebäudeunterhalt sowie für Lehrpersonen und Infrastruktur für die Klassen in den zusätzlichen Schulzimmern. Unsere künftigen Jahresrechnungen werden also deutlich stärker belastet werden. Dies kann nur über massive Steuererhöhungen gedeckt werden.

Jetzt handeln und unnötige Planungskosten sparen!

Der «Campus Loggia» ist zu gross, zu teuer und finanziell nicht tragbar. Mit einem sofortigen Projektstopp sparen wir die Projektierungsmillion und schaffen die Grundlagen für ein passenderes Projekt. Zuerst braucht es eine ehrliche Klärung des effektiven Schulraumbedarfs. Danach soll eine bedarfsgerechte, zweckmässige und deutlich günstigere Lösung umgesetzt werden – wie beim letzten Schulhausneubau.

Deshalb, NEIN zum Projektierungskredit!

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